Die Krise als grosse Chance? Eine Frage der Sichtweise.


«Endlich ist Home-Office möglich, endlich Zeit für innovative Ideen, endlich Zeit das Unternehmen neu zu positionieren, endlich Zeit für persönliche Weiterbildung und Neuausrichtung. Endlich Zeit neue Werkzeuge der digitalen Kommunikation kennen zu lernen, endlich Zeit das Team neu auszurichten.»


Aussagen mit diesem Tenor erreichen uns in den letzten Wochen auf unterschiedlichen Kanälen. Motivierend, oder? Die aktuelle Krise scheint bei vielen wie ein Befreiungsschlag zu wirken, der ihnen die Möglichkeit gibt, das umzusetzen, was sie gedanklich schon lange beschäftigt, wofür bisher jedoch Zeit oder Musse fehlten.


Was aber oft bei der Euphorie über die neue Entschleunigung vergessen geht: Es bleibt kaum Raum für die Menschen, die nicht diese Leichtigkeit und Aufbruchstimmung spüren. Viele Personen können aktuell keine positive Seite sehen, sei es wegen grosser Existenzangst und/oder gesundheitlichen Problemen im persönlichen Umfeld. Auch der Druck der Verantwortung gegenüber den Mitarbeitenden wiegt schwer, dazu kommt noch vielerorts die Realität, dass ein Stellensuchen unerwartet erforderlich sein wird.


Wer vor Corona nicht bereits die Fähigkeit hatte, in schwierigen Situationen das Gute heraus zu filtern, hat es im Moment noch schwerer, die motivierenden Seiten der Krise zu entdecken. Wer zuvor seinen beruflichen Alltag gerade so schaffte und sich dabei nichts anmerken liess, hatte in den letzten Wochen kaum Kraft, um diese Fassade aufrecht zu halten. Die eingangs beschriebenen positiven Berichte und schon fast kämpferischen Parolen über die Chance in der Krise sind für diese Personen oft nicht hilfreich, sie setzten sie eher noch mehr unter Druck.


Deshalb ist eines wichtig zu erkennen: Auch wer nicht sofort die Kraft gefunden hat um neue Geschäfts-Ideen umzusetzen, oder wer in den letzten Wochen nicht fähig war, für sich selbst eine Neupositionierung zu finden, kann jetzt noch diesen Weg gehen. Die nächsten Wochen/Monaten werden noch immer in einem geringeren Tempo ablaufen und die Möglichkeit bieten von den Erfahrungen anderer zu profitieren.


Aktuell befinden wir uns Schrittweise auf dem Weg (zurück?) zur Normalität. Doch was bedeutet diese Normalität für die Arbeitswelt von Morgen?


Wir haben in den letzten Wochen die Einsicht gewonnen, dass Home-Office sehr wohl möglich ist. Dass Sitzungen virtuell umgesetzt werden können. Und vieles mehr, was das remote Arbeiten zutage förderte. Wenn wir das jetzt einfach zur Seite schieben, wird auch eine grosse Chance auf dauerhafte Änderung vertan. Nicht jedes Unternehmen wird erkennen, dass dieser Wandel keine Momentaufnahme in einer ausserordentlichen Situation sein muss, sondern dass die Massnahmen auf dauerhafte Umsetzung überprüft werden sollten. Jetzt ist für alle Beteiligten die Zeit gekommen, um in den Unternehmen die Beibehaltung neuer Arbeitsstrukturen aufgrund der in den letzten Wochen gemachten Erfahrungen anzusprechen.


Die langsame Rück kehr zu einer (neuen?) Realität birgt zusätzlich noch versteckte Gefahren. Wir haben in den letzten Wochen beispielsweise schätzen gelernt, uns kreative Pausen für neue Projekte und persönliche Rückzugsmomente zu gönnen. Das Risiko ist jetzt gross, dass wir wieder in den alten Trott zurückfallen und solche wertvollen Momente wegfallen, weil wir sie uns im «normalen» hektischen Businessday nicht zugestehen.


Ganz egal was wir in den letzten Wochen für uns als positiv einordnen konnten, wir sollten nicht einfach zum Alltag zurückkehren. Das betrifft alle Branchen und Positionen, der berufliche Alltag lässt uns oft keinen Spielraum und schränkt Innovation und Entwicklung ein. Sie haben so viel geleistet auf allen Ebenen in den letzten Wochen, bündeln Sie diese Fähigkeiten und bringen Sie sich jetzt bei Projekten ein. Stellen Sie ihre Ideen vor, zeigen Sie auf, dass ein anderes Umfeld auch andere Gedanken und Ideen erzeugen kann.


We are in this together – das darf sich nicht ändern!


Nutzen wir unser Netzwerk nicht nur um zu sehen was Andere mehr oder besser tun, sondern auch um Inspirationen für das eigene Business zu erhalten. Nutzen wir die Chance um Gleichgesinnte zu finden und durch Erfahrungsaustausch Energie zu tanken.

Haben wir den Mut um Hilfe zu bitten und die Grösse, anderen Hilfe zu geben. Die Zeit mit Corona hat uns gezeigt, es gibt Gefahren die keinen Unterschied bei den einzelnen Personen machen. Aber die Stärke der Auswirkung entscheidet sich auf Grund von Solidarität und Nachbarschaftshilfe.


Wenn wir nur einen kleinen Teil davon mit in unseren beruflichen Alltag nehmen, sind wir besser auf die nächste Herausforderung vorbereitet.

Ihre Petra Rohner





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