Ferientage: Die scheinbare Kraftquelle – die realen Energiefresser


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Seit ein paar Wochen erlebe ich, bedingt durch die kommenden Sommerwochen, dass meine Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner die Unterhaltung jeweils so beenden: «Ich bin jetzt von dann bis dann in den Ferien, ich melde mich danach wieder.»

Immer häufiger wird zudem noch eine Ergänzung angebracht, die mich nachdenklich stimmt: «Es wird Zeit für mich, dass ich Ferien habe. Ich muss dringend Energie tanken. Danach habe ich wieder Power für neue Projekte», oder: «Ich muss Kraft schöpfen für die nächsten Monate», usw.

Es ist absolut richtig: Ferientage sollen Energiequellen sein. Zeit für sich und die Familie zu nehmen ist ein wichtiger Bestandteil der Erholung. Vielleicht aber ergeht es Ihnen wie so vielen anderen auch: Gefühlsmässig dauert es nach der Auszeit nur wenige Wochen – und wir sind wieder auf dem gleichen tiefen Level des Energiestandes. Als Begründung dafür muss dann oft der grosse Stress herhalten, der vom Job her komme, und dass während der Ferien viel Arbeit liegengeblieben sei.

Stellen Sie sich einmal ganz kritisch die Frage: Haben Sie sich auch wirklich genügend Zeit für Erholung gegönnt? Oft ist es so, dass wir in den Ferien vor allem die Erwartungshaltungen anderer berücksichtigen. Wir buchen z.B. Luxushotels, in denen wir uns nicht gänzlich zwanglos verhalten können – obwohl wir doch eigentlich lieber im «Morgenmantel» und in «Schlappen» am Frühstückstisch sitzen möchten. Oder wir organisieren Erlebnisferien, die körperliche Höchstleistungen von uns abverlangen, erst recht, wenn uns noch notwendige Vorkenntnisse und Erfahrungen fehlen. Wir buchen Schiffsreisen mit einem reichhaltigen Rahmenprogramm, obwohl wir lieber auf einem kleinen Hausboot faulenzen würden.

Auch unseren Kindern bieten wir ein grosses Unterhaltungsprogramm, damit sie, gleich wie wir, gesellschaftlich mithalten und tolle Ferien-Storys erzählen können. Besonders Sportarten sind nahezu ein gesellschaftliches Muss geworden – man möchte auf gar keinen Fall, dass die eigenen Kinder abseitsstehen. Allzu oft habe ich in den letzten Jahren Eltern erlebt, die nicht aus eigener Begeisterung heraus eine Sportart ausüben, sondern in erster Linie deshalb, weil sie glauben, dies als pflichtbewusste und gute Eltern den Kindern schuldig zu sein.

Die Krux ist: Wir berücksichtigen die Bedürfnisse aller involvierten Personen und sehen es als selbstverständlich an, dass auch jemand zurücksteckt (leider zu oft die gleiche Person).

Wenn Sie Ihre Ferien als effektive Kraftquelle erleben möchten, können Aktiv-Ferien durchaus ein Mittel sein, das Ihr Adrenalin erhöht und tolle Erinnerungen vermittelt. Dies aber nur, wenn es wirklich in Ihrem Interesse liegt, diesen Kick zu spüren. Erhöhte Adrenalinpegel sind nicht automatisch Energiespender!

Haben Sie den Mut, auszusprechen und zu planen, was Sie ganz persönlich als Kraftquelle empfinden. Das kann z.B. eine Gipfelbesteigung sein (Seilschaften können, müssen aber nicht, so empfunden werden). Das kann auch einmal eine Woche zu Hause sein oder an einem Ort, der gegen aussen völlig unspektakulär erscheinen mag. Wenn es für Sie das Richtige im Moment ist – unbedingt umsetzen!

Die Problematik sehe ich hier: Wir können wohl kaum in 1-2 Wochen die Energie auftanken, die wir in den nächsten Monaten tagtäglich im Berufsalltag benötigen. Es ist meines Erachtens ein Trugschluss, dass kurzfristig und in grossen Mengen auf Vorrat aufgetankt werden kann, was uns tagtäglich durch die Herausforderungen und Erwartungen an uns abhandenkommt.

Es liegt an uns, bei der Arbeit das zu erkennen und herauszufiltern, was unsere tagtägliche Kraftquelle ist. Es liegt an uns, dass wir Rituale finden, mit denen wir, wann immer nötig, uns selbst mobilisieren können.

Deshalb meine Anregung an Sie: Nutzen Sie die kommenden Ferien, um nicht kurzfristig aufzutanken, sondern um sich einen Plan für Ihre persönliche Energie-Mobilisierung im Alltag zu erarbeiten.

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