Warum Mädchen Pink lieben oder die Rosafizierung der Urgeschichte


Bald ist wieder der 8. März und Weltfrauentag und mir wird wieder einmal mehr bewusst: Wir fordern von der Wirtschaft ein Umdenken, was die Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie betrifft und von der Politik mehr Offenheit zum Vaterschaftsurlaub und zur Elternzeit.


Wir berücksichtigen dabei zu wenig, dass Rahmenbedingungen und Gesetze von Menschen gemacht werden. Oftmals zeigen sich diese zwar gegen aussen offen, werden aber innerlich noch immer von festgefahrenen Glaubenssätzen beeinflusst.


Mädchen lieben Pink und Jungs Blau?

Die neurowissenschaftliche Studie der britischen Psychologinnen Anya Hurlbert und Yazhu Ling führt die Vorliebe von Frauen und Mädchen für Rot- und Rosatöne auf die geschlechtsspezifische Arbeitsteilung in der Urgeschichte zurück. Als Sammlerinnen haben Frauen ihre Augen darauf trainiert, rosa(-rote) Beeren möglichst effizient zu erkennen, während die Männer unter blauem Himmel am erfolgreichsten jagten.


Diese Erklärung kann ich gut nachvollziehen, denn mit grünen unreifen Beeren konnte man sich nicht ernähren und unter klarem blauen Himmel war die Sicht auf die Beute mit Sicherheit besser. Doch ich frage mich, warum uns unsere Urgeschichte so sehr geprägt hat, dass wir noch heute an dieser Farbstruktur festhalten, diese sogar bestehenden Rollenbildern zuordnen, die wir noch immer an unsere Kinder weitergeben.


Pink ist weiblich, es steht für das Wohlbefinden der Familie. Blau symbolisiert Abenteuer, Kampf und Macht und das bietet der Familie Sicherheit.


Wir müssen unsere Urinstinkte nicht verdrängen, wer Pink oder Blau liebt soll sich mit diesen Farben umgeben. Doch die Evolution hat ermöglicht, dass wir die den Farben zugeordneten Rollenbilder nicht mehr per se annehmen müssen. Heute braucht es nicht mehr die körperliche Kraft eines Mannes um die Familie abzusichern und beim Gemüseeinkauf im Supermarkt weiss ein Mann genausogut wie eine Frau, was der Familie guttut und was nicht.


Seit Jahrzenten kämpfen Frauen wie die ehemalige NASA-Mathematikerin Katherine Johnson dafür, dass diese Rollenbilder verändert werden. Sie musste sich ihre Rechte und die Anerkennung ihrer männlichen Kollegen hart erkämpfen. Katherine Johnson stand einer Front von Männern gegenüber, die sich ihre Macht auf keinen Fall nehmen lassen wollten. Durch Beharrlichkeit und Fachwissen wurde sie zu einer Vorreiterin für viele Frauen.


Zum Glück hat sich seit damals vieles verändert. Immer mehr Männer, besonders Väter, stehen hinter der Gleichstellung von Mann und Frau und fordern die gleichen Rechte für berufstätige Väter, wie sie für berufstätige Mütter gelten.


Der Weltfrauentag soll für die Erinnerung stehen,

  • Dass wir Frauen nicht mehr in alte Rollenbilder zurückfallen dürfen.

  • Dass wir Vorbilder für unsere Söhne und Töchter sind und sie bei der Wahl des für sie passenden Familienmodelles unterstützen.

  • Was Frauen sich alles erkämpfen mussten, und dass es jetzt an den Männern ist, für die Möglichkeit der geschlechterunabhängigen Teilzeitarbeit zu kämpfen.

  • Dass es sich auch für die Frauen lohnt, die sich aktuell in schwierigen Situationen befinden, zu den eigenen Werten und Visionen zu stehen.

Der Weltfrauentag 2020 ist zwar nach wie vor wichtig und richtig, um die Geschichte der starken Frauen der Vergangenheit zu ehren, er soll aber Frauen und Männer gleichermassen ermutigen, den nächsten grossen Wandel der Gesellschaft gemeinsam anzugehen.


Heute stehen sich nicht mehr Männer und Frauen gegenüber, sondern die Fronten sind gemischt. Auf der anderen Seite stehen heute die Frauen und Männer, die noch nicht erkannt haben, dass Gesellschaft, Wirtschaft und Politik nicht mehr nur in Pink und Blau denken können.


Deshalb wünsche ich mir zum 8. März 2020, dass wir zukünftig in allen Farben des Regenbogens denken. Die Welt hat mehr zu bieten als nur Pink und Blau.


Ihre Petra Rohner

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